Donnerstag, 4. Dezember 2014

Rezension zu "Imperium der Drachen - Das Blut des schwarzen Löwen" von Bernd Perplies

"Sechzig Fuß über den blaugrünen Fluten des Ydrischen Meeres stand Iolan am Rand der Klippe und blickte in die Tiefe. Der warme Sommerwind fuhr ihm durchs schulterlange, dunkle Haar und ließ den Saum seiner bis zu den Knien reichenden und von einem breiten Gürtel gehaltenen Tunika flattern."

Nachdem mich Bernd Perplies mit "Flammen über Arcadion" begeistern konnte, musste ich natürlich ein Auge auf seine neue Reihe "Imperium der Drachen" werfen. Aber leider konnte diese mich nicht für sich einnehmen. Warum erfahrt in hier.

Schn von Anfang an fehlte "Das Blut des schwarzen Löwen" das gewisse Etwas, der Funke, der es zu einem wahren Pageturner gemacht hatte. Irgendwie gelang es dem Autoren nicht, mich in seine High Fantasy Welt zu entführen, sodass ich - anstatt darin abzutauchen - stets im Bewusstsein hatte, dass ich nur ein Buch las und die Seiten selbst wie eine Barriere dazwischen standen. Ich kann nicht genau benennen, woran es lag, aber im Folgenden werde ich den ein oder anderen Punkt aufzeigen, der wahrscheinlich dazu beitrug.

Zuerst einmal wären da die Charaktere, welche mich leider nicht überzeugen konnten. Viel zu oft fehlte es diesen meiner Meinung nach an Beschreibungen, die sowohl ihren Charakter aber vorallem ihr Aussehen selbst betrafen. So wusste ich bei vielen der auftretenden Personen oftmals nicht, wie diese wirklich aussehen, was eigentlich niemals in einem Buch geschehen sollte. Aber auch abgesehen davon fehlte es ihnen an Tiefgang, der ihnen Ecken und Kanten verliehen hätte. Stattdessen herrschte das Gefühl vor zuzusehen, wie Figuren durch eine Geschichte geschoben werden, allerdings keine echten Charaktere.

Auch die Geschichte selbst konnte daran wenig ändern. Irgendwie fühlte ich mich während des Lesens ständig an Game of Thrones erinnert. Das tut mir wirklich leid, denn man sollte die Qualität von Büchern nicht so bestimmen, doch tauchten mit jeder Seite mehr Parallelen auf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Autor versuchte, daran anzuknüpfen, es ihm allerdings nicht wirklich gelang. Zwar gibt es auch einige Intrigen, aber kamen diese immer unspektakulär, fast schon lieblos aufgedeckt daher. Teilweise waren diese sogar relativ früh zu erraten.

Abgesehen davon bewegt die Geschichte sich träge und schleppend voran, sodass der Leser eher ungeduldig gegen die Seiten tippt, als sich davon mitreißen zu lassen. Wendungen kommen genauso lieblos daher wie die Intrigen, wodurch bei mir leider keine Spannung erzeugt wurde. Auch die Auflösung von Iolans wahrer Identität konnte mich nicht überzeugen.

Fazit: Alles in allem ist Bernd Perplies Auftakt zu seiner neuesten Reihe unspektakulär und ruhig. Als Buch für Zwischendurch ist es gut geeignet, aber mitreißen konnte es mich leider absolut nicht.




Donnerstag, 13. November 2014

Rezension zu "Unsterblich - Tor der Nacht" von Julie Kagawa

"Ich musste nicht extra atmen, um zu wissen, dass die Luft nach Schweiß, Alkohol und menschlichen Ausdünstungen stank. Und Blut. Sein Geruch hing in den Wänden und im Boden, es durchtränkte die modrigen Tische und klebte in dunklen Flecken auf den Holzdielen. Heiß und berauschend floss es durch die Adern jedes Einzelnen hier."

Nachdem mich der Vorgänger "Tor der Dämmerung" fast vom Hocker fegte, landete der zweite Teil, sobald er erschien, sofort auf meinem Wunschzettel. Ich bekam "Unsterblich - Tor der Nacht" nicht mehr aus meinem Kopf, sodass ich sofort zuschlug, als ich es im Buchladen liegen sah. Und ich muss sagen, dass mir dieser Band noch besser gefiel als der erste!

Oftmals sagt man ja, dass der zweite Band einer Reihe schwach ist. Dass der Autor erst die Weichen für das Finale legen muss. In vielen Fällen trifft das zu, aber nicht auf Julie Kagawas "Unsterblich - Tor der Nacht". Dieser Band hat mir sogar noch besser gefallen als sein Vorgänger, denn er war actionreich, blutig und emotional - als das, was ich mir von einem guten Buch erhoffe.

Verpackt hat die Autorin diese Geschichte in einen schönen, teilweise aber etwas zu umgangssprachlichen Schreibstil, wobei ich ihr allerdings keinen Vorwurf mache, da diese Reihe in die Kategorie Jugendbuch fällt. Ausführlich und spannend beschreibt sie die Ereignisse und Umgebungen und zieht den Leser somit in ihren postapokalytischen Weltenentwurf.

Dieser gefällt mir auch im Nachfolger noch wahnsinnig gut, sodass ich es kaum erwarten kann, mehr über diese Welt zu erfahren, in der die Menschheit wie Vieh behandelt wird. Hier gibt es aber auch das erste kleine Manko, denn meiner Meinung nach gibt Julie Kagawa ein bisschen zu wenig Informationen preis. Ein paar mehr Details hätten wunderbar in das Gesamtbild gepasst und mich noch mehr abtauchen lassen.

Die Geschichte selbst gestaltet sich wie bereits erwähnt als äußerst spannend, blutig und emotional, womit die Autorin mich begeistern konnte. Ich hasse Bücher, in der der Weltenentwurf nicht glaubwürdig dargestellt wird, und war dementsprechend erleichtert, auf dieses Gegenstück zu treffen. Actiongeladene Szenen wechseln sich mit schockierenden Enthüllungen und herzbrechenden Momenten ab, sodass hier für jeden Geschmack etwas zu finden sein wird.

Fazit: "Unsterblich - Tor der Nacht" hat mir noch besser gefallen als sein Vorgänger, sodass ich es kaum erwarten kann, den dritten und letzten Teil in Händen zu halten!




Donnerstag, 6. November 2014

Lebenszeichen

Ich weiß, es ist ziemlich still auf meinem Blog geworden und das hat unterschiedliche Gründe, die ich euch gerne darlegen möchte. Die Wahrheit ist, dass mir momentan absolut die Motivation fehlt, an Gewaltige Welt der Bücher weiterzuarbeiten. Das liegt zu einem daran, dass mich momentan andere Dinge begeistern und beschäftigen, aber auch daran das ich das Gefühl habe, dass kaum bis gar kein Interesse mehr an meinen Beiträgen besteht. Trotz hunderzwanzig Follower fühle ich mich mit meiner Leidenschaft für Bücher so alleine als würde dieser Blog nicht einmal existieren.
Wie auch immer, vielleicht gibt es ja einen bestimmten Grund dafür? Gibt es Dinge, die ich besser machen könnte? Oder die ihr auf meinem Blog schmerzlich vermisst? Über Antworten würde ich mich sehr freuen, wenn nicht - nunja - dann ist es auch gut.
Aber genug des Gejammers. Ich möchte euch gerne in einem kurzen Beitrag zeigen, was mich in den letzten Wochen beschäftigt und begeistert hat, einfach weil ich das gerne möchte und darüber schreiben muss.


Da mein Freund und ich uns gerne gesünder ernähren möchten, habe ich in den letzten Wochen viele neue Rezepte ausprobiert und mit neuen Zutaten experimentiert. Inzwischen hat sich unsere Ernährung deutlich gebessert, ist gesünder und gehaltvoller geworden. Körperlich und gesundheitlich fühle ich mich bereits viel fitter als zuvor und das macht mich unglaublich glücklich.
Außerdem habe ich in letzter Zeit vermehrt meine Backkünste eingesetzt, da ein neues Rezeptbuch den Weg in meine Hände gefunden hat. Zum Geburtstag meiner Mum und Halloween kam dieses bereits zum Einsatz, wie ihr auch auf dem Bild oben sehen könnt. Ich habe zwar nicht vor, es mit dem Backen zu übertreiben, aber dennoch möchte ich gerne das ein oder andere Rezept ausprobieren, ganz abgesehen davon, dass bald die Weihnachtszeit anbricht. 

Zudem betreibe ich in letzter Zeit zunehmen Handarbeit, vorallem Stricken. Mein aktuelles Projekt ist ein Poncho aus bunten Quadraten in verschiedenen Grün und Pastelltönen, den ich meinem Freund schenken möchte. Die Quadrate sind inzwischen fertiggestellt, nun müssen sie nur noch zusammengenäht werden, was eine ziemliche Arbeit ist, mich aber gleichzeitig auch entspannt.

Auch das Zeichnen habe ich inzwischen wieder für mich entdeckt. Ich war noch nie sonderlich talentiert darin, habe es aber immer wieder probiert. Momentan suche ich mir Bilder und versuche, sie frei Schnauze abzumalen. Das gelingt mal ganz gut, mal ist es eine absolute Katastrophe. Ein guter Künstler werde ich wohl nie werden, aber es macht Spaß und das ist alles, das zählt.






Ein weiteer Grund warum es auf meinem Blog recht still geworden ist ist, dass ich eine neue Seite für mich entdeckt habe, die mich auf Trab hält. Dabei handelt es sich um Tumblr. Dies ist eine Seite, auf der man Beiträge und Bilder posten und auch von anderen rebloggen kann. Seit ungefähr einem Jahr bin ich fleißig dabei und es macht mir mit jedem Tag mehr Spaß, vorallem da ich dort die ein oder andere nette Person kennenlernen durfte.

Meine Vorliebe für diese Seite hängt auch viel mit meiner Leidenschaft für Videospiele zusammen, da ich dort Beiträge und Bilder von diesen posten und rebloggen kann. In den letzten Wochen habe ich vermehrt zu der Xbox 360 gegriffen, weil es mir Spaß macht und ich inzwischen mehr ausprobiere. Aktuelle spiele ich das Open World Game Skyrim, aber noch mehr freue ich mich auf den Nachfolger einer meiner liebsten Spielereihen, der Ende November erscheinen wird: Dragon Age: Inquisition.

Aber was mich momentan am meisten beschäftigt, ist mein Buch "World of Elements: Frostfeuer". Wer mein Blog regelmäßig verfolgt hat, weiß dass ich leidenschaftlich gerne schreibe. Obwohl meine Familie dagegen war, habe ich mich entschieden, dies zu meinem Beruf zu machen und arbeite momentan fleißig an der Beendung meines Projekts, um es dann selbst zu publizieren. Ich komme zwar gut voran, aber irgendwie zieht sich das Ende. Nun habe ich mir vorgenommen, mein Buch bis zum Erscheinen von Dragon Age: Inquisition, also in knapp zwei Wochen, zu beenden und arbeite entschlossen daran, auch wenn dieses Ziel eigentlich unmöglich zu erreichen ist.

So, das war es dann auch wieder von mir. Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Post nicht allzu sehr gelangweilt, aber ich musste einfach darüber schreiben. Wenn ihr irgendwelchen Anmerkungen habt, lasst es mich wissen. Vielleicht kehrt die Motivation dann wieder zu mir zurück und ich werde häufiger und hoffentlich regelmäßiger dieses Blog betreiben!

Dienstag, 28. Oktober 2014

Rezension zu "Mythos Academy VI - Frostkiller" von Jennifer Estep

"Niemand sprach, aber alle starrten erst mich und dann Linus an. Wieder einmal spielte ich an den silbernen Lorbeerblättern an meinem Armband herum. Manchmal hatte ich das Gefühl, mein gesamtes Leben drehe sich nur um Artefakte und all die dämlichen Rätsel, die mit ihnen verknüpft waren. "

Als Fan von Jennifer Esteps Myths Academy Reihe erwartete ich den letzten Band "Frostkiller" mit gemischten Gefühlen. Einerseits freute ich mich, dass Gwens Abenteuer weitergehen, anderseits war ich aber auch ein bisschen traurig, dass sie mit diesem Teil bereits wieder enden sollten. Ob der letzte Band mein Herz erobern konnte, könnt ihr hier erfahren.

Anfangs fiel es mir sehr schwer, einen Zugang zum Buch zu finden, denn irgendwie fehlte der Zauber, der für mich immer die Bücher der Mythos Academy Reihe ausgemacht hatte. Zwar kam ich in einem guten Tempo voran, doch war es eher so als würde ich die Geschichte durch eine Glaswand betrachten, anstatt mich in sie hineinversetzen zu können. Sehr schade!

Zudem fielen mir in "Frostkiller" erneut einige Unreinheiten in Jennifer Esteps Schreibstil auf. Diese hatte ich zuvor nie bemerkt, aber nachdem ihre zweite Reihe geradezu davon strotzte, habe ich dafür ein Auge entwickelt. Dabei handelt es sich um Unreinheiten in ihrer Wortwahl. So wird Carsen zum Beispiel immer als Musikfreak betitelt, während bestimmte Wendungen, vorallem Klirr-klirr-klong, immer wieder auftauchten. Besonders das letzte ist unglaublich unelegant und ließ mich das ein oder andere Mal sogar die Augen verdrehen.

Aber trotz dieser beiden Punkte kam ich irgendwann an einen Punkt, an dem es Klick gemacht hat und ich in die Geschichte katapultiert wurde. Von einem Moment auf den nächsten fand ich mich im Geschehen wieder und fieberte mit Gwen und ihren Freunden mit. Ich kann nicht benennen, warum diese Wandlung so abrupt eintraf, bin aber froh, dass sie letztendlich doch noch zustande kam.

Über das Ende selbst möchte ich natürlich nichts verraten, aber ich kann sagen, dass es in Ordnung war. Irgendwie hätte ich mir mehr gewünscht, aber als schlecht kann ich es beileibe nicht bezeichnen.

Fazit: Ein würdiger Abschluss der Mythos Academy Reihe, der anfangs noch etwas schwächelt, danach aber wieder auf gewohntem Niveau agiert.


Montag, 29. September 2014

Rezension zu "Der Ruf der Tiefen" von Wolfgang Hohlbein

"Janice riss sich mit einer einzigen Bewegung los und wollte abermals zur Tür stürzen, doch wieder waren Hände da, die sie festhielten und zurückzerrten. Janice schüttelte sie ab, wurde erneut gepackt und begann in schierer Verzweiflung um sich zu schlagen. Sie traf, riss sich ein letztes Mal los und stürzte zur Tür, und irgendetwas klatschte mit solcher Wucht von Außen dagegen, dass das ganze Haus erbebte und Staub aus den Ritzen der Tür explodierte; ein Laut wie eine riesige weiche Faust, die das Haus traf und in seinen Grundfesten erschütterte."

Wolfgang Hohlbeins neuester Roman "Der Ruf der Tiefen" steht ganz in der Tradition der Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft, der das moderne Horrorgenre begründete. Und dies merkt man dem Buch meiner Meinung nach auch in jeder Zeile und jedem Wort an.

Der Autor bedient sich einer komplexen und anspruchsvollen Sprache, die der aus dem letzten Jahrhundert zum Verwechseln ähnlich ist. Der Leser wird geradezu in diese Zeit katapultiert, wofür es von mir ein sehr großes Lob gibt. Allerdings bietet dieser Schreibstil nicht nur Vorteile, denn durch seine Komplexibilität und Altertümlichkeit ermüdet der Leser mit der Zeit, sodass häufige Pausen fast Pflicht sind. Tatsächlich kam ich während des Lesens an einen Punkt, an dem ich "Der Ruf der Tiefen" zur Seite legen und unterbrechen musste, da ich das Gefühl hatte, mein Kopf müsse jeden Augenblick platzen.

Die Geschichte selbst erinnert ebenso sehr an H. P. Lovecrafts Kurzgeschichten wie der Schreibstil. Wolfgang Hohlbein scheint sich diesen bewusst als Vorbild auserkoren zu haben, sodass nicht nur die obligatorische Nicht-Beschreibung der Schrecken vorhanden ist, sondern auch ein unentwirrbares Gefüge von überirdisch schrecklichen Ereignissen. Vor dem Auge des Lesers entfaltet sich eine Schnitzeljagd des Übernatürlichen, die nicht nur die Protagonistin an den Rande ihres Verstandes bringt. Bis zuletzt bleibt die Geschichte und das zu entlüftende Geheimnis undurchdringlich, auch wenn mich das eigentliche Ergebnis nicht ganz zufrieden stellen konnte.

Charakterlich begegnen wir speziellen Figuren, denen es meiner Meinung nach etwas an Tiefgang fehlte. Selbst die Protagonistin fällt vorallem durch ihre Vornehmheit auf, während Nebencharaktere ab einem bestimmten Zeitpunkt die Nerven der Leser attakieren. Ein weiterer Punkt, warum ich "Der Ruf der Tiefen" irgendwann zur Seite legen musste.

Während ich anfangs noch sehr begeistert von Wolfgang Hohlbeins neuestem Roman war, verlief die Geschichte sich irgendwann im Sand. Irgendwie war die Luft draußen, sodass ich mich zwar nicht durch die restlichen Seiten quälen musste, aber schon spürbar an Interesse eingebüßt hatte. Vielleicht, weil sich die Geschichte immerzu im Kreis drehte und keine nennenswerten Fortschritte machte. Vielleicht, weil die Schreibstil irgendwann zu anstrengend wurde, sodass ich mehr Zeit auf ihn verwendete als auf die Geschichte. Vielleicht aber auch, weil die Protagonistin Janice spürbar an meinen Nerven nagte. Ich kann es nicht genau benennen.

Fazit: "Der Ruf der Tiefen" ist ein Roman ganz in der Tradition der Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft und konnte mich als ebensolcher überzeugen. Doch irgendwann war leider die Luft draußen, sodass ich spürbar das Interesse verlor.




Montag, 15. September 2014

Rezension zu "Flammen über Arcadion" von Bernd Perplies

"Niemand weiß genau, warum es damals geschah. Manche sagen, dass machtgierige Männer in den Regierungssitzen der einstigen Supermächte die Schuld tragen. Andere glauben, dass es die Künstlichen waren, die sich gegen die Menschen erhoben haben. Und wieder andere behaupten, die Wissenschaftler hätten einen Maschinengeist erschaffen, der sich dann ihrer Kontrolle entzogen und die Katastrophe herbeigeführt hätte."

Nachdem ich durch einen begeisterten Beitrag einer Buchbloggerin auf Bernd Perplies "Flammen über Arcadion" aufmerksam wurde, war ich sofort Feuer und Flamme und konnte es kaum erwarten, dieses Buch in den Händen zu halten. Bis es dann allerdings so weit war, sollte einige Zeit vergehen - worüber ich mich im Nachhinein unglaublich ärgere.

Mit "Flammen über Arcadion" ist Bernd Perplies ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der auf den ersten Blick nicht idyllischer sein könnte, sich nach und nach aber in eine düstere Leinwand des Mittelalters verwandelt. Hier wird nicht an Blut, Verzweiflung und Angst gespart, was den Leser in eine Achterbahnfart der Gefühle verwickelt. Allgemein ist dieser Weltenentwurf sehr gut ausgearbeitet worden und überzeugt auf ganzer Linie, wodurch der Leser keine andere Wahl hat, als am Ball zu bleiben. Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Gruppen, die sich nach dem Sternenfall gebildet haben, ebenso wie ihre Lebensweisen und Philosophien. Stellenweise mangelt es vielleicht etwas an Informationen, aber da dies nur der erste Teil einer Triologie darstellt, kann ich beide Augen zudrücken.

Geschildert wird die Geschichte in einem schönen, gleichzeitig aber auch schlichtem Schreibstil, der ein schnelles Vorankommen ermöglicht und den Leser in die Geschichte abtauchen lässt. Dass aus der Sicht zwei verschiedener Personen erzählt wird, verleiht der Geschichte den nötigen Tiefgangund zeigt eine zweite Sicht der Dinge. Rasant, aber auch mit genügen Informationen gespickt, erzählte Bernd Perplies Caryas und Jonans Geschichte.

Die beiden Protagonisten Carya und Jonan sind sympathische Zeitgenossen, denen man gerne über die Schulter schaut und mitfiebert. Auch an interessanten Nebencharakteren mangelt es nicht, auch wenn es meiner Meinung nach an Vielfalt und Tiefgang fehlte. Vorallem die beiden Protagonisten erscheinen stellenweise etwas hölzern und flach, aber auch hier gilt, dass "Flammen über Arcadion" der erste Teil einer Triologie ist und somit noch Luft nach oben bleibt.

Die Geschichte selbst ist rasant und wahnsinnig spannend. Ständig geschieht etwas, sodass die beiden Protagonisten sich aus einer brenzligen Situation nach der anderen befreien müssen, was stellenweise dazu führte, dass ich den Atem anhielt oder an meinen Fingernägeln kaute. Die Wendungen sind gelungen, waren aber teilweise etwas zu vorhersehbar.

Zum Schluss bleibt noch die Frage, warum ich die volle Punktzahl vergeben habe, wo es doch den ein oder anderen Punkt gab, den ich bemängelte. Manchmal begegnet man Büchern, die zwar nicht perfekt sind, aber den Leser so sehr begeistern und mitfiebern lassen, dass die oben erwähnten Kleinigkeiten kaum ins Gewicht fallen können. Bernd Perplies "Flammen über Arcadion" gehört zu jenen Büchern und ließ mich voller Neugierde auf den nächsten Band zurück.


Fazit: Ein interessanter und düsterer Weltenentwurf, eine rasante Geschichte, gepickt mit unzähligen Wendungen und brenzligen Situationen, und zwei sehr sympathischen Protagonisten machten "Flammen über Arcadion" zu einem wahren Pageturner.







Donnerstag, 11. September 2014

Rezension zu "Die Chroniken der Schattenwelt - Daimon" von Gesa Schwartz

"Nando konnte sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal das Tageslicht gesehen hatte. Auch der Gedanke an den Mondschein, der sich während der Flucht vor Kolkrinor und dessen Schergen auf sein Gesicht gelegt hatte, war kaum mehr als ein verblassender Traum."

"Daimon" ist der Abschlussband der Triologie "Die Chroniken der Schattenwelt" von Gesa Schwartz und um ehrlich zu sein, hielt sich die Vorfreude darauf eher in Grenzen. Denn die Autorin legt eine Eigenschaft im Thema Schreiben an den Tag, die mir bereits in den vorherigen Teilen nicht sonderlich gut gefallen hat. Warum erfahrt ihr hier.

Was ich an "Die Chroniken der Schattenwelt" von Anfang an sehr gerne mochte, war der Weltenentwurf selbst. Verschiedenste Mythen wechseln sich mit einer ordentlichen Portion an Einfallsreichtum ab, sodass sich dem Leser ein sowohl ausgedachtes als auch "reales" Werk präsentiert. Die jeweiligen Charaktere oder Wesen sind sehr liebevoll ausgestaltet und stechen durch ihre Einzigartigkeit hervor. Und auch Daimon bildete hier keine Ausnahme. Immer wieder stolperte ich über neue Wesen, die mich faszinierten und für deren Erschaffung ich Gesa Schwartz in den höchsten Tönen loben muss.

Schon seit dem ersten Teil ist mir ein Aspekt ausgefallen, der mir von Band zu Band immer weniger gefiel, bis er mir schließlich fast schmerzhaft ins Auge stach. Die Rede ist von der Ausführlichkeit. Wer die Autorin kennt, weiß dass sie über einen besonderen Schreibstil verfügt, der sehr schön ist. Allerdings konzentriert sie sich meiner Meinung nach zu sehr auf diesen, wodurch die Story auf der Strecke bleibt. Wichtige Ereignisse gehen vollkommen in der Beschreibung einzelner Dinge unter, sodass Spannung leider kaum vorhanden ist. Außerdem ist es sehr anstrengend, sich durch diesen Stil zu kämpfen, sodass auch bald die Konzentration und die Lust abnahm. Bereits in den beiden vorherigen Bänden habe ich dies kritisiert und musste nun leider feststellen, dass sich daran nichts geändert hat. Ein schöner Schreibstil ist natürlich das A und O eines Buch, aber sollte er niemals und unter keinen Umständen die Geschichte selbst in den Hintergrund drängen.

Auch ansonsten konnte "Daimon" mich kaum vom Hocker reißen. Die Kämpfe waren zwar durchaus als spannend zu bezeichnen, gingen allerdings oftmals im oben beschriebenen Schreibstil unter. Das konnte auch die Atmosphäre nicht ausgleichen, die sehr düster und blutig daherkommt und mir sehr gut gefiel. Das Ende selbst war meiner Meinung nach viel zu abrupt und nicht ausführlich genug beschrieben.

Fazit: Ein schwächelnder Abschluss der Triologie, dem vorallem seine Ausführlichkeit im Weg steht. Schade, denn Gesa Schwartz hat durchaus das Potenzial zu meinen Lieblingsautoren aufzusteigen, sollte sie diesen Aspekt eines Tages aus dem Weg räumen können.